Erziehung & Therapie

Meine Arbeit betrifft Hund und Mensch

Als erstes versuche ich herauszufinden, warum das Tier ein bestimmtes Verhalten zeigt.
Denn eine korrekte Diagnose ist die Voraussetzung für eine passende Therapie.

Das Beziehungsgefüge zwischen Mensch und Hund

Wesentlich ist die Frage, welches Beziehungsgefüge zwischen Mensch und Hund besteht. Die Dynamik dieser Beziehung, typische Verhaltensmuster und Gewohnheiten der Beteiligten spielen eine wichtige Rolle im Prozess der Veränderungen, die Halter und Hund betreffen.

Und selbstverständlich bestimmen die Wünsche des Hundehalters das Geschehen.

Dabei ist allerdings wichtig zu verstehen, dass erhoffte Ziele nur mit eigener Beteiligung und dem Bemühen um Empathie erreichbar sind.

Denn es gibt zwar Verhaltensweisen bei Hunden, die sich menschlichen Interventionen weitgehend verschließen, aber i.d.R. können wir durch unser Verhalten gut Einfluss nehmen, weshalb das eigene Mitwirken am Prozess notwendig und manchmal entscheidend ist.

Nicht zuletzt ist mir aber auch daran gelegen, die Lebensart zu erhalten, die dem Halter und seinem Hund eigen ist.

Veränderungen im Alltag sind zwar oft notwendig, können aber häufig auf das therapeutische Ziel beschränkt werden. Beide sollen Freude aneinander haben und mit größtmöglicher Freiheit zusammenleben.

Ich verstehe mich als Dienstleisterin

Ich sehe mich nicht als „Erzieherin“ von Hundehaltern, d.h., ich „schulmeistere“ nicht.

Die möglichst direkte Umsetzung des Auftrages steht für mich im Vordergrund - natürlich unter der Voraussetzung, dass die Bedürfnisse des Tieres beachtet werden. Ein Hund, der auf der Straße alles anbellt, was sich bewegt, wird von mir nicht mit einem „Auslastungsprogramm“ bedacht. Vielmehr lernt er auf der Straße Beherrschung und die Grenzen zu akzeptieren, die ich ihm setze. Auch halte ich nichts von Prinzipienreiterei. Wer seinen Vierbeiner z.B. gern mit ins Bett nimmt, erfährt von mir keinen Einwand, wenn sozial zwischen Mensch und Hund alles in Ordnung ist und auch Zecken, und notfalls Flöhe, mit unter die Decke dürfen.

Fokus Hundehalter

Obwohl es seit 20 Jahren Forschung zum Sozialverhalten, zu Intelligenz und Gefühlen von Hunden gibt, habe ich nicht den Eindruck, dass dieses Wissen breit in der Bevölkerung angekommen ist. Anders kann ich mir nicht erklären, dass ich regelmäßig massiven Irrtümern zum Bindungsverhalten von Hunden begegne. Immer wieder sind Hundehalterinnen ratlos und haben die Frage an mich, was sie an ihrer Bindung zum Hund ändern sollten, damit er besser gehorcht. Hier liegen Fehleinschätzungen ihrer Trainerinnen zugrunde. Selten besteht ein Zusammenhang zwischen mangelndem Gehorsam und Bindungsproblemen.

Es mag in heutigen Zeiten unpopulär sein, Respekt und eine positiv gelebte Autorität anzusprechen. Man braucht nur Eltern-Kind-Interaktionen zuzusehen. Ein Beispiel aus meiner Nachbarschaft, das ich vom Fenster aus beobachtet habe: Die Mutter vom Nachbargrundstück stand am Gartenzaun und rief zu ihrem sieben Jahre alten Sohn herüber, er solle nicht so wild auf dem Trampolin springen, sonst müsse er nach Hause kommen. Der Kleine befand sich in Gesellschaft von Freunden, die auf dem Trampolin neben unserem Haus sprangen. Er war völlig unbeeindruckt und tobte ausgelassen weiter. Die Mutter stand volle 10 min am Zaun und forderte in verschiedenen Variationen immer wieder dasselbe. Sie erreichte gar nichts und ging schließlich ins Haus.

Hunde sind keine Kinder, aber genau solche Schwierigkeiten sind vielen Halterinnen bekannt. Der Grund liegt meistens in einem Mangel an Respekt und fehlender Durchsetzungsfähigkeit. Nach mittlerweile zehn Jahre alten Erkenntnissen kennen Hunde zwar keine Hierarchie und damit Rangordnung, gleichwohl entbindet uns dies aber nicht von der Aufgabe einer souveränen Führung. Da wir nicht basisdemokratisch mit unserem Vierbeiner aushandeln wollen, wie der Alltag laufen soll, müssen wir irgendwie den Ton angeben - sprich vorausgehen und den Hund zum Folgen bewegen. Man kann es leicht beobachten: Hunde fühlen sich von einer souveränen Führung angesprochen, denn sie folgen ihr gern.

Fokus Hund

Ein schweizerisches Sprichwort sagt: Was nicht im Holz ist, kommt nicht in die Pfeife. Es veranschaulicht die Bedeutung von Rasseeigenschaften sehr schön. Welches Blut in den Adern eines Hundes fließt, ist maßgeblich für seine Wesensausprägung und damit für einen Tierpsychologen.

Man kann von einem Kaukasischen Schäferhund nicht die gleiche freundliche Toleranz fremden Menschen gegenüber erwarten, wie z.B. vom Labrador.

Als Herdenschützer hat der Kaukase das züchterisch erwünschte Misstrauen genetisch verinnerlicht. Demzufolge müssen auch die unterschiedlichen Bedürfnisse dieser beiden Rassen beachtet werden. Entsprechend kann das therapeutische Ziel nicht dasselbe sein.

Ich möchte Umwelteinflüsse nicht unerwähnt lassen, aber der Genetik (auch der Epigenetik) wird heute zu wenig Beachtung geschenkt.

Wichtig ist außerdem, den individuellen Charakter des Tieres und damit seine Psyche richtig einzuschätzen. Nur dann führen intervenierende Maßnahmen auch zum Erfolg.

Einzelarbeit

Ich praktiziere überwiegend in Einzellektionen, da diese Form die effektivste ist und viele Probleme nur so behoben werden können. Der Individualität des Hundes kann man auch nur auf die Art vollständig gerecht werden. Die Hundehalter lernen bei mir zu verstehen, welchen Hintergrund das Verhalten ihres Tieres hat und wie sie darauf Einfluss nehmen können. 
Die häufigsten Probleme, mit denen sich Hundehalter an mich wenden, sind:

  • mangelnder Gehorsam
  • Aggressionen gegen Artgenossen
  • aggressives Verhalten gegenüber Familienmitgliedern, Kindern, fremden Menschen
  • Bellen / Jaulen oder Zerstörungsdrang bei Alleinsein
  • Stressreaktionen im Auto
  • Unsauberkeit
  • Jagdleidenschaft
  • Umweltscheu/ Angstthematik

Mit guter Aussicht auf Erfolg möchte ich Ihnen hier und auch bei vielen anderen Schwierigkeiten Mut machen! So kann ich Ihnen bspw. bei Problemen in diversen Prüfungssituationen helfen oder bei der Zusammenführung mit Katzen oder Pferden. Da ich selbst reite, bin ich mit Pferden sehr vertraut.

Eine Einzellektion dauert eine Stunde und kostet 75,-€. Wenn die Konsultation außerhalb Reichenbergs stattfindet, kommen je nach Entfernung und zeitlichem Aufwand Fahrtzeitkosten hinzu.

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